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Last Update:
 8. Juli.2008

 

- die Keltenseite

Nur wenige Völker sind so geheimnisumwittert wie die Kelten. Es gibt kaum wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über die gesellschaftliche Struktur und Religion der Kelten. Selbst die Herkunft dieses Volkes, das mehr als ein Jahrtausend lang in Europa dominierte, liegt im Dunkeln. Einzig in den Regionen, die sich am längsten gegen äussere Einflüsse wehren konnten, wie z B. Irland, aber auch Wales und die Bretagne, konnte ein Teil des Keltentums überleben, es spiegelt sich auch teilweise wieder in der Sprache, die heute noch bekannt ist, dem Gälischen. Den Namen “Kelten”, genauer eigentlich “keltoi”, gaben ihnen die Griechen. Dies bedeutet so viel wie “die Erhabenen” und “die Tapferen”. Die Römer nannten sie später “celtae” und “galli” (die Gallier).

Es gibt Meinungen, dass die Kelten nicht als eigenständiger Volksstamm zu sehen sind, sondern als ein Volk, das eben in diesem Schmelztiegel als Sammelsurium vieler durchziehender Völker entstanden ist. Wenn es so ist, dann scheinen sie daraus etwas Einmaliges und Eigenständiges gemacht zu haben mit Konsequenzen, die bis in unsere Zeit reichen.

Relativ sicher zu sein, scheint die Aussage, dass Mitteleuropa die Wiege der Kelten ist - d. h. die Kelten sind unsere Vorfahren - Urahnen. Man geht davon aus, dass die Wiege der Kelten irgendwo zwischen dem Donauquellgebiet und dem Rhein-Main-Neckargebiet anzusiedeln ist. Von dort aus, so ist man ziemlich sicher, gingen die keltischen Völkerwanderungen in drei großen Schüben vonstatten:

1. die keltische Wanderung nach Gallien, Spanien und den britischen Inseln (im 7. Jhd. v. Chr.)

2. die gallische Wanderung nach Italien, Illyrien und Böhmen (im 4. Jhd. v. Chr.)

3. die galatische Wanderung nach Griechenland und Kleinasien (ca. 280 v. Chr.)

Gründe für die Völkerwanderung sind eindeutig die dichte Besiedelung der Kelten und deren Spezialisierung auf Ackerbau. Hinzu kam die Abenteuerlust, die man den Kelten nachsagt und deren Spaß an kriegerischen Auseinandersetzungen. Daneben waren die Kelten auch ein einfallsreiches Volk. Die z. T. heute noch genutzte Pflugschar, wurde von ihnen erfunden, wie die ersten Vorläufer der Sicherheitsnadel, der Töpferscheibe und der Herstellung von Seife. Ferner machten sie das Tragen von Hosen populär, bis dahin kannte man dies nur von asiatischen Völkern. Die Kelten waren ein wissensdurstiges, lebenslustiges, offenes Volk mit wenigen Tabus. Man sagt Ihnen rasche Anpassungsfähigkeit sowie schnelle Auffassungsgabe nach. Gebräuche, Sitten und Götter, die die Kelten auf ihren Eroberungsstreifzügen nicht bekämpfen konnten, wurden einverleibt und ihnen zu eigen gemacht. Die Kelten legten Wert auf ein gepflegtes Äußeres und kannten den Gebrauch von Seife, als andere Hochkulturen es mit der Reinlichkeit noch nicht so genau nahmen.

Der Familiensinn der Kelten war stark ausgeprägt, im Zweifelsfall mußte sich der Ehrgeiz des Einzelnen der Sippe unterordnen. Das Vermögen war Bestandteil der Sippe.

Aufgrund der Tatsache, dass die Kelten nur wenig aufgeschrieben hatten und alle Gesetze und Regeln von den Druiden in mündlicher Form weitergegeben wurden, wird eine wissenschaftlich fundierte Darstellung der keltischen Gesellschaftsform schwierig. Wenn man die irische Mythologie und die jahrhundertelang geltenden “Brehon laws” (altirische Gesetzestraktate) zugrunde legt, dann hat die keltische Gesellschaft wie folgt ausgesehen:

Das Grundgerüst bildete die Familie, die sich aus den Mitgliedern von 4 Generationen zusammensetze. Mehrere Familien bildeten eine Sippe, an deren Spitze normalerweise ein König stand, der gewählt wurde. Jede Sippe war völlig autark mit eigenen Rechtsordnungen und z. T. eigenen Göttern. Landbesitz eines einzelnen gab es nicht, nur eine Art Besiedelungsrecht, das vom König verhängt wurde. Die Funktion der Könige war nicht das Erlassen von Gesetzen oder Strafverfolgung, sondern die militärischen und diplomatischen Angelegenheiten. Im Gegenzug für das Besiedelungsrecht, das ein König erteilte, bekam er von der Sippe im Krisenfall militärische Unterstützung. Die Königsherrschaft wurde nicht weitervererbt, sie wurde durch Wahl erworben. Voraussetzung dafür war jedoch die Abstammung aus einer königlichen Sippe. Unter dem König standen in der Hierarchie die Stammeselite der Krieger, die Gebildeten und teilweise auch die Handwerker. Die Rangfolge wurde dabei durch das Vermögen bestimmt. Die Druiden standen aufgrund ihres Wissens und ihrer religiösen Bedeutung ausserhalb diese Gefüges einerseits über dem König oder zumindest auf gleicher Stufe. Sie galten als Gesetzesgeber und geistige Führer der Sippe.

Der Erziehung der Kinder wurde große Bedeutung zugemessen. Sie kamen mit ca. 7 Jahren zu Pflegeeltern, die nach bestimmten Kenntnissen und Fähigkeiten ausgesucht wurden. Die Waffenausbildung bekamen die Jugendlichen durch eine Kaste kriegerischer Frauen, einer Mischung aus Zauberinnen und Amazonen. Dabei war die Erziehung teilweise kostenlos, in der Regel jedoch zahlte man für Mädchen mehr als für Jungen. Die Tatsache, dass man Mädchen die gleiche Erziehung angedeihen liess wie den Jungen spiegelt die Position der keltischen Frau wider.

Nach aussen hin erschien der Eindruck, dass es sich um ein Patriarchat handelte, in Wahrheit aber hatten die Keltinnen große Bedeutung in der Gesellschaft, dies spiegelt sich auch in den Mythen und Sagen bzw. in den Bildern der Göttinnen wider. Rechtlich und sozial waren Frauen Männern absolut gleichgestellt. Keine Frau konnte gegen ihren Willen verheiratet werden. Im Falle einer Heirat waren beide Parteien verpflichtet, gleichermassen Vermögen in ihre Ehe einzubringen. Im Falle einer Trennung würde jeder seinen Vermögensanteil zurückbekommen, zzgl. der Hälfte des Zugewinns, der im Laufe der Ehe erwirtschaftet wurde, solange kein böswilliges Verlassen der Grund einer Trennung war. Eine Trennung in gegenseitigem Einvernehmen wurde in der keltischen Gesellschaft ebenso akzeptiert, wie die Trennung durch einen triftigen Grund. In diesem Fall fiel das gesamte Zugewinnvermögen an den verlassenen Partner als Entschädigung. Bei einem Todesfall fiel das gesamte Verögen nicht automatisch an den Hinterbliebenen, sondern der Anteil mit Ausnahme des Zugewinns des oder der Verstorbenen fiel an dessen bzw. deren Sippe zurück. Dies hatte den Vorteil, dass der Hinterbliebene aus jeglichen Verpflichtungen gegenüber der Sippe des/der Verstorbenen befreit wurde und somit wieder die Unabhängigkeit erlangt hatte. Dies galt gleichermassen für Männer wie für Frauen.

Zusammenfassend:

Die keltische Frau genoss alle Rechte, die ihrer sozialen Herkunft und ihrem Vermögen entsprachen und damit verbunden die gleichen Freiheiten wie ein gleichgestellter Mann. Sie konnte, ebenso wie er, Familienoberhaupt werden, Königin, Seherin, Magierin und Erzieherin. Sie hatte die Freiheit, selber zu entscheiden, ob sie heiraten wollte oder nicht, und sie war erbberichtigt. Der Eingriff in diese gleichberechtigte Stellung der Frau fand erst durch das Christentum statt und die Frauen brauchten 2 Jahrtausende, um sich davon wieder zu erholen und den damaligen Stand wieder zu erreichen - und sind weltweit immer noch größtenteils unterdrückt!

Das keltische Baumhoroskop:

Tanne - das Geheimnisvolle (02.01.-11.01.) + (05.07. - 14.07.)
Ulme - die gute Gesinnung (12.01. - 24.01.) + (15.07. - 25.07.)
die Zypresse - die Treue (25.01. - 03.02.) + (26.07. - 04.08.)
die Pappel - die Ungewißheit (04.02. - 08.02.) + (05.08. - 13.08.)
der Zürgelbaum - die Zuversicht (09.02. - 18.02.) + (14.08. - 23.08.)
die Kiefer - das wählerische Wesen (19.02. - 29.02.) + (24.08. - 02.09.)
die Weide - die Melancholie (01.03. - 10.03.) + (03.09. - 12.09.)
die Linde - der Zweifel (11.03. - 20.03.) + (13.09. - 22.09.)
die Eiche - die robuste Natur (21.03.)
der Ölbaum - die Weisheit (23.09.)
der Haselstrauch - das Außergewöhnliche (22.03.-31.03.) + (24.09. - 03.10.)
die Eberesche - das Feingefühl (01.04. - 10.04.) + (04.10. - 13.10.)
der Ahorn - die Eigenwilligkeit (11.04. - 20.04.) + (14.10. - 23.10.)
der Nussbaum - die Leidenschaft (21.04. - 30.04.) + (24.10. - 11.11.)
die Pappel - die Ungewißheit (01.05. - 14.05.)
die Kastanie - die Redlichkeit (15.05. - 24.05.) + (12.11. - 21.11.)
die Esche - der Ehrgeiz (25.05. - 03.06.) + (22.11. - 01.12.)
die Hainbuche - der gute Geschmack (04.06. - 13.06.) + (02.12. - 11.12.)
der Feigenbaum - die Empfindsamkeit (14.06. - 23.06.) + (12.12. - 21.12)
die Birke - das Schöpferische (24.06.)
die Buche - das Gestalterische (22.12.)
der Apfelbaum - die Liebe (23.12. - 01.01.)

 

Die Göttinnen

Arainrhod - walisische Göttin des Mondes

Bóanu - irische Flussgöttin

Bodb - irische Kriegsgöttin

Branwen - kymrische Göttin der Liebe & Fruchtbarkeit

Brigit (ir.) - Göttin des Himmels, der Gesetze, Dichter, Schmiede und Ärzte
                   Fruchtbarkeitsgöttin und Göttin der Herden

Conventia - britannische Wassergöttin

Damona - gallische Tiergöttin (wahrscheinl. Göttin der Kühe)

Dana (auch Ana) - sie gilt als Mutter der Tuathá de Danan, dem Göttergeschlecht in Irland

Diana - Schutzgöttin der Waldgebiete, teilweise auch Quellen- und Heilgöttin

Dirona - Göttin der Sterne

Dòn - kymrische Himmelsgöttin, eine der Hauptgöttinnen

Epona - gallische Pferdegöttin, Schutzgöttin der Ställe

Étain - irische Göttin und Gemahlin von Midir, dem Gott der Unterwelt

Ewiranda - keltische Quellgöttin

Li Ban - irische Gottheit

Macha - eine der irischen Hauptgöttinnen - irische Muttergöttin des Krieges, Göttin der
             Erde und Fruchtbarkeit, Seherin und Kriegerin

Matres, Matronae,
Matrae   - keltische Muttergottheiten, die meist als Triade dargestellt werden

Medb - irische Erdgöttin, gilt als Vertreterin Irlands

Minerva - Göttin des Handwerks und Gewerbes, Schutzgöttin der Heilquellen, eine der
                 keltischen Hauptgöttinnen

Mórrigan, Morrigu - keltische Kriegsgöttin, Göttin der Spukgeister, Botin des Totenreichs

Nantosuelta - gallische Göttin der Unterwelt

Nemain - irische Kriegsgöttin

Nemetona - gallische Kriegsgöttin und Stammesgöttin der Nemeter - gilt als Partnerin des
                   Kriegsgottes Mars

Olwen - kymrische Göttin der Liebe und des Wachstums

Rhiannon - kymrische Göttin des Mondes und der Pferde

Rosmerta - Göttin der Fülle, Fruchtbarkeit und des Reichtums

Sequana - gallische Quell- und Flussgöttin

Sinainu - irische Flussgöttin

Sul - gallische Göttin der warmen Heilquelen und des Feuers

Terra Mater - Überbegriff der müttrlichen Gottheiten

Venus - Göttin der Erde und Fruchtbarkeit

Die traditionellen, keltischen Festtage

Samhain = keltisches Neujahr - 31. Oktober (abends) bis 03. November (nachmittags)

Imbolc = zu Ehren der Göttin Brigit, Befreiung vom Winter, Begrüßung des Frühlings
               31. Januar (Sonnenuntergang)

Beltaine = Beginn des Sommers - 30. April (Sonnenuntergang)

Lughnasadh = die Zeit der ersten Ernte, Zeit f. Beginn f. Spiele und Wettkämpfe
                       31. Juli (Sonnenuntergang) bis 30. August (Tag wurde mit der Göttin der Souveränität
                       verbunden)

 

Keltische Musik - Sonnerezh e-bro Geltiek

Typische keltische Instrumente: Tamburin, Keltische Harfe, Bombarde, Dudelsack

Dudelsackformen: 1 Grundton (bourdon)

Mundgeblasen: Binioù - Northumbrian pipe

Luftsack - Binioù bras - Bagpipe, Billean pipe

The Claddagh Ring

“With these hands I give you my heart and crown it with my love.”

Die Legende:

Claddagh ist ein kleines Fischerdorf im Westen Irlands (heute eine Vorstadt von Galway) und dort lebte etwa von 1680 bis 1737 Richard Joyce.

 Nicht immer, denn knapp vor der geplanten Hochzeit, wurde er, als Fischer oder Handelsreisender (hier legt sich die Legende nicht fest) von Priaten entführt und an einen maurischen Goldschmied als Sklave verkauft. Er erlernte schnell das Handwerk seines Herrn und führte es zur Perfektion. Sein Meisterstück war ein Ring, den er in Sehnsucht nach seiner fernen Verlobten schuf und der später der Claddagh Ring bezeichnet werden sollte.
Das als Ring verarbeitete Symbol zeigt zwei Hände, die ein Herz halten und darüber schwebt ein Krone.

Richard hatte Glück, dass William III im Jahre 1689, kurz nach seiner Thronbesteigung, ein Agreement mit den Mauren schließen konnte, welches allen dort gefangenen Briten die Rückkehr ermöglichte. Obwohl sein früherer Herr dem unentbehrlich gewordenen seine Tochter samt Geschäftsbeteiligung für sein Bleiben anbot, kehrte Richard in seine Heimat Cladddagh zurück und fand dort tatsächlich seine Braut unverheiratet und wartend vor.

Auch wenn - wie bei allen Legenden - erhebliche Zweifel an deren Richtigkeit bestehen, steht doch eines fest:
die ältesten vorhandenen Claddagh Ringe tragen die Signierung R.I. und ein Juwelier namens Richard Ioyes (gälisch für Joyce) gilt als nachgewiesen. Die Signatur zeigt noch einen Anker, das Symbol für Hoffnung.

Die Symbolik:

Im Sinne der Legende steht das Herz für Liebe, die beiden Hände für Freundschaft (Vertrauen) und die Krone für Loyalität (Treue). Wurde ursprünglich der Ring lediglich als Ehering verwendet, erweiterte sich seine Bedeutung im Laufe der Zeit.

Der Ring an der linken Hand und das Herz zum Träger gerichtet, ist der gute alte Trauring.

 

Eine andere Erklärung:

Vielfach geht man davon aus, dass der Claddagh Ring viel älter ist - in der ältesten Version wird auf die keltische Mythologie zurückgegriffen.
Dabei symbolisiert die Krone Beathauile, die linke Hand stellt Manu dar, welche als die Mutter des gälischen Volkes betrachtet wird und die recht Hand ist Dagda Mór, der mächtige Göttervater. Das Herz repräsentiert dabei die Menschheit.
.

These hands are there for friendship,
the heart is there for love.
For loyalty throughout the year,
the crown is raised above.”